Monat: Februar 2026

Ein Gespräch mit einem verstorbenem Wallach nach seinem Tod spendet der Besitzerin Trost.

Jenseits Kontakt mit Wallach: „Wir sind beide frei.“

In diesem Gespräch nach dem Tod, spreche ich mit einem Wallach der 5 Wochen zuvor gestorben ist.

Es gibt viele Meinungen dazu, ab wann man mit einem verstorbenen Tier sprechen kann/darf. Einige behaupten erst nach 3 Monaten, andere sagen: warte 3 Wochen.

Meine Meinung: da dein Pferd sowieso bestimmt, ob es zum ausgesuchten Zeitpunkt mit mir oder irgendwem anders sprechen möchte, ist der Zeitpunkt egal.

Besagter Wallach war „allein“ als er eingeschläfert wurde, so empfindet es seine Besitzerin, die nicht dabei war. Natürlich war er nicht allein. Andere liebe Bezugspersonen waren beim Übergang dabei. In einem netten kleinen Privatstall läuft es oft netter als in den großen Aufbewahrungsställen.

Der erste Knaller noch vor den eigentlichen Fragen

Ich setze mich in den gemütlichen Sessel an meinen Schreibtisch. Dort führe ich am liebsten die Gespräche. Ich rufe das Bild auf und noch bevor ich zum Stift greife, sagt Wallach Otto energisch: „Sie soll sich wieder ein Pferd. Auch zum Reiten diesmal UND für die Kleine.“

Ich schlucke, weil ich weiß, dass Otto nicht geritten wurde. Zu müde und ausgelaugt von seiner Zeit als Therapiepferd bevor er bei Marina leben durfte. Wo es endlich um ihn ging und er nicht benutzt wurde um mit Fingerfarben bemalt zu werden oder traumatisierte Menschen zu „heilen“. Denn das alles laugt aus.

Nachfolgender Text sind Auszüge aus dem Gespräch. Die sehr persönlichen Absätze werden nicht veröffentlicht.

Marina fragt: „Otto, wie geht es dir, da wo du jetzt bist?“

„Hier fühlt sich alles leicht an, ich spüre kein Gewicht mehr. Zeitlos. Auch das Gefühl für Zeit ist verschwunden, das ist wunderbar leicht, wenn Zeit keine Bedeutung mehr hat. Ich bin mit allem verbunden, ein Teil von Allem. Also ob es schon immer so war.“

Marina: „Wie war es für dich, dass ich nicht dabei sein konnte?“

„Ich habe es extra so gewählt, weil es so viel einfacher für mich war. Ich konnte mich viel besser auf mich konzentrieren und leichter gehen. Es wäre mir schwer gefallen loszulassen, wenn du dabei gewesen wärst. Du hättest es nicht verkraftet, dabei zu sein, wenn unsere gemeinsame Zeit beendet wird. Meine Zeit und meine Aufgabe war beendet, es gab nichts mehr zu tun.“ (Otto erklärt dann ausführlicher was seine Aufgabe bei Marina war)

„Möchtest du mir noch etwas sagen?“ fragt Marina zum Abschluss

„Meine Dankbarkeit für dich, wird dich begleiten und die große Liebe, die du für mich hast, darfst du teilen. Du musst sie unbedingt an ein neues Pferd weitergeben. Das habe ich ja gleich am Anfang gesagt, dass es wichtig ist. Für dich und die Kleine. Das geeignete Pony wird bald zu euch kommen.“

Und so war es dann auch. 2 Wochen später zog ein neues Pony ein. Zum Liebhaben, zum Knuddeln, zum Reiten für die Tochter. Nicht als Ersatz für Otto. Kein Pferd kann ein anderes ersetzen.

Gespräch mit verstorbenem Kater Niko und der Frage nach einer neuen Katze

Kater Niko spricht nach seinem Tod: „Warte noch ein Weilchen, dann kommt sie von allein.“

Eine zusammengefasstes Gespräch mit dem verstorbenen Kater Niko.

Kater Niko war 18 Jahre alt als er im Sommer 2025 starb. Er ist zu Hause eingeschlafen. Ich mag das Wort „eingeschlafen“ nicht als Synonym für „Sterben“ aber hier passt es. Seine Familie hat damit gerechnet, da sein Körper doll abgebaut hat und er immer müder zu werden schien.

Alle trauern um Kater Niko, aber besonders stark trifft es die jüngste Tochter. Sie ist mit dem Kater aufgewachsen, Niko war schon da bevor sie auf die Welt kam. Ein Leben ohne Niko kennt sie nicht.

Nun steht die Frage im Raum, ob und wann eine neue Katze einziehen soll. So richtig traut sich die Familie nicht, sie haben ein schlechtes Gewissen ihrem Kater Niko gegenüber. Es fühlte sich nach Betrug an, schreibt mir Nikos Besitzerin später.

Niko, wie geht es dir jetzt? Bist du traurig oder vermisst du deine Familie?

Zuerst fragte ich Niko danach, wie es ihm jetzt geht, ob er wen vermisst, ob er traurig ist. Er antwortete, dass Traurigkeit für ihn vorbei sei. Alles Schwere sei verschwunden seitdem er übergegangen ist, „stattdessen fühle er sich nur noch warm, leicht und frei „alles ist jetzt leicht“.

Er vermisse die Familie nicht, aber ist froh bei ihnen gewesen zu sein und dass sie ihn damals ausgesucht hätten und nicht „den Dicken“. (tatsächlich stand damals noch ein dicker schwarzer Kater zur Auswahl)

Er dankt seiner Familie, dass er zu Hause sein durfte und nicht zum Tierarzt gebracht wurde. (das stand kurz zur Debatte).

Was denkst du darüber, wenn sie wieder eine Katze ins Haus holen? Ist das okay für dich?

Eine neue Katze würde mich nicht stören, ich habe keinen Einwand. Aber wartet noch ein bisschen, damit ihr euch auf die neue Katze vorbereiten könnt. Wenn ihr zu schnell zu euch holt, fühlt sie sich als mein Ersatz und das wäre nicht fair ihr gegenüber.

Es wird eine junge Katze sein, aber kein Baby mehr. Im Tierheim werdet ihr sie finden, sie wird euch erkennen und ihr sie auch. Ihr braucht euch alle.

Gibt es etwas, das du deiner Familie noch sagen möchtest, vor allem den Kindern?

Kater Niko ist stolz auf die Kinder, wie sie ihn gestreichelt und mit ihm geredet haben, auch wenn er nur geschnurrt habe und nicht mehr spielen wollte, weil er müde war.

Seine Familie soll das Fenster manchmal öffnen. (Nikos Lieblingsfenster) Er komme dann durch den Wind herein. Er sei da. Immer.

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