Thorsten, das alte Shetland Pony: „Ich bin glücklich, aber müde.“

Ein Tiergespräch mit einem alten Shetlandpony über Schmerzen und Alter

Ich fahre zu einem vor Ort Termin auf einen Pferdehof um mit einem 25 Jahre alten Shetlandpony zu sprechen. Die Besitzerin Anna möchte mich mit ihm sprechen lassen, weil sie sich Sorgen macht. Thorsten fraß weniger, mied die Herde und schien einfach „nicht mehr er selbst“, dabei wirke er oft zurückhaltend und ein bisschen abwesend. Sie will wissen, ob er Schmerzen hat oder sich vielleicht sogar auf einen Abschied vorbereite. Es wurde ein sehr tiefgehendes Tiergespräch was zeigt, wie weise manch alte Pferde im Alter sind.

Da ich bei vor Ort Gesprächen kein Protokoll führe, sind die Antworten des Shetlandponys zusammen gefasst und nicht wortwörtlich widergegeben.

Thorsten, warum isst du so wenig? Hast du Schmerzen oder bist du krank?

Thorsten antwortete ganz zaghaft und schaut dabei mit seinen großen Kulleraugen in die Ferne: „Ich esse weniger, weil ich weniger brauche. Mein Körper ist alt, die Zähne tun weh beim Kauen, aber es ist kein großes Leid. Ich mag weiches, frisches Gras, das gibt mir Kraft. Das harte Heu ist zu trocken, es kratzt im Hals. Manchmal ist das Heu aber weich und kurz, dann fresse ich ein bisschen mehr als sonst. Trotzdem ist Kauen für mich anstrengend. Ich habe keinen Hunger, ich bin müde. Sag Anna, sie soll es mir in kleinen Portionen geben, gemischt mit warmem Wasser. Dann schmeckt es wieder nach Leben.“

Anna hat sofort ein bisschen Heu genommen und es im warme Wasser eingeweicht. Ein großer Luxus, sehr wenige Ställe haben warmes Wasser. Shetty Thorsten fraß nach Annas Meinung ein wenig enthusiastischer als sonst.

Warum stehst du separat von den anderen Ponys, wirst du ausgeschlossen oder möchtest du abseits sein?

„Ich möchte das so. Die Jungen sind zu präsent, rennen und toben– das ist zu viel für mich, ich kann da nicht mehr mithalten. Ich brauche Ruhe, ich will nachzudenken. Früher war ich der Chef und habe alles regeln müssen, jetzt bin ich der Alte, der zuschaut. Aber ich vermisse das nicht. Ich möchte lieber mehr Zeit mit Anna verbringen. Die Gruppe ist für die Jungen und Wilden, ich habe meine eigene Welt.“

Anna will versuchen vielleicht sogar 2 Mal am Tag am Stall zu sein um mit Thorsten etwas zu machen.

Thorsten, bist du bereit zu gehen? Möchtest du Anna noch sagen?

„Bereit? Noch nicht ganz, aber ich spüre die Zeit. Mein Körper ist schwach, aber mein Geist ist klar. Für Anna: Danke für die vielen Jahre. Du hast mir Sicherheit gegeben, als ich sie brauchte. Ich liebe die Spaziergänge durch die Wiese, wo ich einfach sein kann. Ich musste kein Reiten bei ihr ertragen (wie früher in der Kinderreitschule) – das ist gut so. Und wenn ich mal gehe, bin ich nicht weg. Ich bleibe in der Erde, im Wind. Sie soll ihr Herz nicht verschließen – ich war glücklich hier.“

Anna fühlt sich erleichtert und zufrieden.

Solche Gespräche zeigen mir immer wieder: Alte Ponys haben oft mehr zu sagen, als wir denken. Sie wollen nicht immer „fit gemacht“ werden, sondern verstanden. Wenn dein Pferd ähnliche Zeichen zeigt, lass uns reden. Die Wahrheit kann so viel Frieden bringen.

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