In diesem Gespräch nach dem Tod, spreche ich mit einem Wallach der 5 Wochen zuvor gestorben ist.
Es gibt viele Meinungen dazu, ab wann man mit einem verstorbenen Tier sprechen kann/darf. Einige behaupten erst nach 3 Monaten, andere sagen: warte 3 Wochen.
Meine Meinung: da dein Pferd sowieso bestimmt, ob es zum ausgesuchten Zeitpunkt mit mir oder irgendwem anders sprechen möchte, ist der Zeitpunkt egal.
Besagter Wallach war „allein“ als er eingeschläfert wurde, so empfindet es seine Besitzerin, die nicht dabei war. Natürlich war er nicht allein. Andere liebe Bezugspersonen waren beim Übergang dabei. In einem netten kleinen Privatstall läuft es oft netter als in den großen Aufbewahrungsställen.
Der erste Knaller noch vor den eigentlichen Fragen
Ich setze mich in den gemütlichen Sessel an meinen Schreibtisch. Dort führe ich am liebsten die Gespräche. Ich rufe das Bild auf und noch bevor ich zum Stift greife, sagt Wallach Otto energisch: „Sie soll sich wieder ein Pferd. Auch zum Reiten diesmal UND für die Kleine.“
Ich schlucke, weil ich weiß, dass Otto nicht geritten wurde. Zu müde und ausgelaugt von seiner Zeit als Therapiepferd bevor er bei Marina leben durfte. Wo es endlich um ihn ging und er nicht benutzt wurde um mit Fingerfarben bemalt zu werden oder traumatisierte Menschen zu „heilen“. Denn das alles laugt aus.
Nachfolgender Text sind Auszüge aus dem Gespräch. Die sehr persönlichen Absätze werden nicht veröffentlicht.
Marina fragt: „Otto, wie geht es dir, da wo du jetzt bist?“
„Hier fühlt sich alles leicht an, ich spüre kein Gewicht mehr. Zeitlos. Auch das Gefühl für Zeit ist verschwunden, das ist wunderbar leicht, wenn Zeit keine Bedeutung mehr hat. Ich bin mit allem verbunden, ein Teil von Allem. Also ob es schon immer so war.“
Marina: „Wie war es für dich, dass ich nicht dabei sein konnte?“
„Ich habe es extra so gewählt, weil es so viel einfacher für mich war. Ich konnte mich viel besser auf mich konzentrieren und leichter gehen. Es wäre mir schwer gefallen loszulassen, wenn du dabei gewesen wärst. Du hättest es nicht verkraftet, dabei zu sein, wenn unsere gemeinsame Zeit beendet wird. Meine Zeit und meine Aufgabe war beendet, es gab nichts mehr zu tun.“ (Otto erklärt dann ausführlicher was seine Aufgabe bei Marina war)
„Möchtest du mir noch etwas sagen?“ fragt Marina zum Abschluss
„Meine Dankbarkeit für dich, wird dich begleiten und die große Liebe, die du für mich hast, darfst du teilen. Du musst sie unbedingt an ein neues Pferd weitergeben. Das habe ich ja gleich am Anfang gesagt, dass es wichtig ist. Für dich und die Kleine. Das geeignete Pony wird bald zu euch kommen.“
Und so war es dann auch. 2 Wochen später zog ein neues Pony ein. Zum Liebhaben, zum Knuddeln, zum Reiten für die Tochter. Nicht als Ersatz für Otto. Kein Pferd kann ein anderes ersetzen.
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